Winne und die Kombilösung: Heute hüh. Morgen hott.

Mittlerweile ist klar, dass der grüne Verkehrsminister seine Meinung häufiger wechselt als andere ihr Unterhemd. Zumindest kann man diesen Eindruck gewinnen, seit der Berliner Politiker sich als baden-württembergischer Minister versucht. Das hatte er zuletzt beim Thema „Nachtflugverbot“ beeindruckend unter Beweis gestellt. Faktencheck deckte auf.

Winne ist aber auch bei Stuttgart 21 ein Fähnchen im Wind, wie sich jetzt herausstellte. Schlichter Heiner Geißler hat die sogenannte „Kombilösung“ vorgeschlagen, um Frieden nach Stuttgart zu tragen. Winne Hermann zeigte sich durchaus aufgeschlossen. Er hält sie für tragfähig.

„Das Verkehrsministerium von Winfried Hermann (Grüne) hält Geißlers Kombilösung dagegen für durchaus tragfähig.“ (Hier der Faktencheck-Schnellbeweis)

Vor nicht einmal einem Jahr, im Oktober 2010, hatte aber sogar der Verkehrsexperte Winne Herrmann, damals noch umtriebiger Berliner Politiker, erkannt, dass die Kombilösung vielleicht ein klein wenig zu teuer werden konnte. In einer Pressemitteilung schrieb er damals:

„Diese Variante [Anm.: gemeint ist die Kombilösung] wurde dann aber sehr bald nach weiteren Prüfungen verworfen, insbesondere weil schon Mitte der 90er Jahre klar war, dass dieses Projekt viel zu teuer würde.“ (Faktencheck-Schnellbeweis)

Ja, was denn jetzt? Vor ein paar Monaten verbreitet der Stuttgart21-Gegner Winne noch, dass „Kombi“ zu teuer ist, und jetzt hält er die Lösung für tragfähig? Spielt Geld für Winne auf einmal keine Rolle mehr oder juckt ihn sein Geschwätz von gestern einfach nicht mehr, wenn er die Chance wittert, Stuttgart 21 noch weiter zu verzögern?

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3 Antworten auf Winne und die Kombilösung: Heute hüh. Morgen hott.

  1. venceremos sagt:

    Oktober 2010: Wie hoch waren die damals publizierten Kosten der Bahn für die beiden Projekte? Oder ist Winfried Hermann plötzlich in der Lage selbständig die Projekte komplett durchzurechnen? Mit Verlaub, dazu ist ja nicht einmal die DB fähig. Genausowenig endlich S21 komplett (Baumaßnahmen und Kosten) vorzustellen.
    S21 ist ein Immobilienprojekt bei dem auf das gesammte Gleisvorfeld spekuliert wird! Fakten interessieren nicht.

  2. Jac sagt:

    Die prognostizierten Kosten lagen bei 4,088 Milliarden Euro und damit exakt beim gleichen Betrag wie heute 😉

    • venceremos sagt:

      1. Oktober 2010: Wie hoch waren die damals publizierten Kosten der Bahn für die beiden Projekte?
      Das war die Frage.

      2. Den Steuerzahler in BW, und dazu zähle ich mich auch, interessiert schon ein wenig, was denn S21 nach Planfeststellung und Genehmigung aller Einzelteile so kosten könnte. Ob die Tunnels mit der geforderten herkömmlicher Signal- und Leittechnik vom Durchmesser nicht wieder vergrößert werden müssen bleibt bisher immer noch dahingestellt.

      3. Sollte der Gesammtbetrag 10 Mrd. Euro übersteigen, wo ist bei Euch die Grenze? Da Ihr zum Teil noch sehr jung seid bleibt die Finanzierung eh an Euch hängen.

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